Die Beweiskette wird enger. Kaum jemand (außerhalb der USA zumindest) hatte schon bislang Zweifel an den Aussagen von Gefangenen des Lagers in Guantanamo über Folterungen. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hatte wiederholt entsprechende Vorwürfe erhoben. Doch jetzt haben amerikanische Ärzte ehemalige Gefangene untersucht und klare Hinweise auf menschenrechtswidrige Quälereien gefunden.
Die Gruppe Physicians for Human Rights , eine Mediziner-Organisation im Einsatz für Menschenrechte, hatte elf frühere Guantanamo-Insassen, die sämtlich ohne Strafverfolgung freigelassen worden waren (nach durchschnittlich 3 Jahren US-Haft), durch Spezialisten begutachten lassen. Bei allen bestätigten sich deutliche Hinweise auf Folterungen: Narben und schwere psychische Folgeschäden von Schlägen, Elektroschocks, Schlafentzug, sexueller Erniedrigung, Vergewaltigung und anderen schwerwiegenden Misshandlungen.
Der pensionierte US-General Antonio Taguba , der schon 2004 durch seinen anklagenden Report über die Verhältnisse in Abu Ghuraib Aufsehen erregte, schreibt in einem Begleit-Kommentar zum Report, die Untersuchungsergebnisse deuteten auf systematische Folter hin.







