Die bayerischen Grünen wittern Morgenluft. Seit die CSU nach dem Machtwechsel deutlich angeschlagen ist, rechnen sich alle Oppositionsparteien im Münchner Landtag klare Stimmengewinne aus.
Mit einiger Berechtigung gehen die Grünen optimistisch in den anstehenden Wahlkampf. Dafür sorgt nicht zuletzt die Kür des Bio-Bauern Sepp Daxenberger zum Spitzenkandidaten. Der 46jährige gilt auch bei den Anhängern der anderen Parteien, selbst bei den christsozialen, als durchaus wählbar. Gerade auf deren Klientel, die Bauern und den Mittelstand, zielt Daxenberger, denn für diese ist er überaus glaubwürdig.
Erkennbar mehr als 10 Prozent dürfen die Grünen als Wahlergebnis für sich einkalkulieren. Da verzichteten die Frauen auf dem Augsburger Parteitag zuversichtlich gern auf eine Spitzenkandidatin und überreichten dem Waginger Landwirt, der 93 Prozent der 232 Stimmen erhielt, nach der Auszählung eine grüne Damenhandtasche : “Wir können uns einen Mann an der Spitze leisten”.
Das Kalkül der Grünen wird sicherlich aufgehen. Im Gegensatz zur SPD hat die Partei mit Daxenberger einen im Wahlvolk angesehenen, charismatischen Spitzenmann gefunden. Selbst in diesen CSU-Chaos-Zeiten wird es den Sozialdemokraten schwer fallen, ihre abgeschlagene Position im Landtag zu verlassen.






