Worauf wartet Hillary Clinton ?
9.Mai 2008 von Harry
Nach den Vorwahlen für die US-Präsidentschaft, die am vergangenen Dienstag in North Carolina und Indiana stattfanden, ist eines zur Gewissheit geworden: es gibt kein glaubhaftes Szenario mehr, dass Hillary Clinton die erforderliche Zustimmung als Kandidatin der Demokraten erreichen könnte.
In North Carolina ging Clinton unter, und in Indiana konnte sie sich nur denkbar knapp gegen Barack Obama durchsetzen. Was soll - nach Meinung Clintons - noch in den ausstehenden Nominierungswochen geschehen, das Obama von den Stufen zum Thron stoßen könnte ?
Weder droht ihm das Geld für die Wahlkampagne auszugehen (im Gegenteil: das passiert Clinton immer wieder) noch gibt es die geringsten Anhaltspunkte dafür, dass Clinton in den kommenden Entscheidungen ein Ergebnis von über 70% Stimmenanteil erzielen könnte, das Voraussetzung wäre für ein Überrunden ihres Konkurrenten.
Ebenso unwahrscheinlich ist die theoretisch denkbare Chance, dass sich die Super-Wahlmänner über das bisherige Votum der demokratischen Wählerschaft hinwegsetzen könnten und damit vor allem junge Wähler und die Nicht-Weiße-Bevölkerung vor den Kopf stießen.
Längst gehen auch zahlreiche ihrer politischen Freunde auf Distanz, ebenso wie die ihr freundliche gesonnene Journaille.
Was also treibt Hillary Clinton weiter an, wenn Vernunftgründe längst zum Eingeständnis ihrer Niederlage hätten führen müssen ? Ist es (selbst-)zerstörerischer Stolz, die mangelnde Fähigkeit zum Nachgeben ? Reine Dickköpfigkeit und Trotz ? Der Wille, Obama das Leben als Kandidat so schwierig wie möglich zu gestalten, auch auf die Gefahr hin, den Konsens der Demokraten auf’s Spiel zu setzen und die Partei zu schwächen ?
Alle Umfragen zeigen deutlich: die USA wollen den Wechsel, und der Garant dafür heißt Barack Obama. Er ist unverbraucht und charismatisch, er ist glaubhaft, er symbolisiert den Wechsel aber auch allein durch seine Abstammung. Seine Nominierung wäre ein großer Schritt für das politische Selbstbewußtsein der schwarzen Bevölkerung und der Latinos, die sich selbst endlich einmal von oberster Stelle aus repräsentiert sähen.







