Bodenmais: schwuler Bürgermeister ausgesperrt
1.Mai 2008 von Harry
Heute, am 1.Mai, dürfte der Zustand der Aussperrung beendet worden sein, denn dies ist der erste Amtstag für Michael Adam, den 23jährigen schwulen Bürgermeister von Bodenmais.
Am 16. März hatte er mit sensationellem Ergebnis den bisherigen Amtsinhaber Fritz Wühr (CSU) geschlagen, der daraufhin sein Amtszimmer versperrte, den Schlüssel einbehielt und seine Amtsgeschäfte ruhen ließ. Von einer Einarbeitung in die neue Aufgabe, wie sie seinen Kollegen üblicherweise zuteil wird, konnte Adam nur träumen.
Wühr, der wegen der “eigenwilligen” Führung seines Amtes nicht nur von den Wählern abgesetzt wurde, sondern auch von kommunalen Aufsichtsgremien scharf gerügt wurde, hat Bodenmais in 18 Amtsjahren an den Rande des Ruins getrieben.
Nun, mit Antritt des neugewählten Stadtoberhauptes, ist erstmals gründliche Akteneinsicht möglich - falls Michael Adam heute den Schlüssel für das Bürgermeister-Zimmer ausgehändigt bekommen hat.








Warum bleiben soviele Bürgermeister in Bayern 12-18 Jahre an ihrem Amt kleben (vgl. die sog. “Patex”-Heide Simonis: “Und was wird mit mir?”)? Weil es Ihnen nur um ihre saftigen Bezüge geht! Daher bin ich für eine zeitliche Begrenzung der Amtszeit. Wer zu spät kommt, den bestraft die Wählerschaft! Michael Adam liefert ein Musterbeispiel des gläsernen Politikers ab mit einem gut durchgearbeiteten Wahlprogramm, wie es leider nur sehr wenige Bürgermeister in einer relativ kleinen Marktgemeinde vorlegen. Letztlich zählen die Argumente und eben nicht sachfremde Erwägungen wie Alter, Konfession, Sexualität, Ausbildungsstand….Jeder der einigermaßen was im Hirn hat weiß das doch, oder?
Warum sollte ein Bürgermeister, der seine Aufgabe gut und richtig zum Wohl seiner Gemeinde erledigt, nicht 12 oder 18 Jahre im Amt bleiben? Ein Wechsel um den Wechsels willen macht doch keinen Sinn. Ein Verbleiben im Amt bei mäßigem Erfolg nur wegen des Amts-Bonus ist allerdings noch sinnloser.
Was wäre, wenn sich kein Gegenkandidat gefunden hätte und Bodenmais, am Rande des Ruins, von diesem weiterregiert worden wäre?