Gianmaria Testa im Serenadenhof
27.April 2008 von Harry
Der Barde Gianmaria Testa aus dem Piemont und die Sängerin Dolcenera gestalten im Serenadenhof Nürnberg eine “Italienische Nacht”. Unbedingt anhören, denn einen schöneren italienischen Abend in Nürnberg wird es in diesem Jahr nicht geben !
Termin: Samstag, 5. Juli, 20 Uhr. Veranstalter: Kunst Kultur Karstadt









Eins vorab - ich selbst fand das Präsentierte Klasse (bin eigentlich hauptsächlich wegen Dolcenera hingegangen; fand aber auch Gianmaria Testa gut), aber …
Ich hatte eigentlich gar keine klare Vorstellung was mich an dem Abend so erwarten sollte und musste zunächst feststellen, dass das Drumherum auch eigentlich gar nicht auf eine “italienische Nacht” abgestimmt war, lediglich die Musikinterpreten. Der Unterschied der Künstler ist gravierend, aber die Lautstärke der Verstärkeranlage war noch gravierender, was letztendlich ausschlaggebend war hier doch mal deutlich zu sagen, dass diese beiden Künstler in einer solchen Veranstaltung eigentlich nicht zusammen präsentiert gehören, wenn
a) die Lautstärke nicht angemessen angepasst werden kann (ich saß direkt neben den Mischpulten mit hunderten von Knöpfen, diese waren auch laufend besetzt) und
b) auch nur einer dieser beiden Künstler in einer Minimalversion von Text definitiv falsch umschrieben wird (ZAC-Heftchen ? : Die lediglich minimale Umschreibung der Musik “Denn sie ist zudem noch anmutig, sinnlich und sexy. Genau wie ihre Musik.” trifft einfach nicht zu, wenn 75% Rock (in ordentlich laut) präsentiert werden.
Ich persönlich habe trotz des riesigen Gegensatzes der 2 Künstler wohlgefühlt, weil ich in dieser Richtung sehr flexibel bin.
Was mich aber zutiefst aufgeregt hat war, dass viele von denjenigen - die eigentlich zu Gianmaria Testa wollten - nachher bei Dolcenera fluchartig den Serenadenhof verlassen haben (mit Jacke über dem linken Arm, Handtasche über dem rechten Arm, und sich mit beiden Händen die Ohren zuhielten [war schon auch witzig], und das manche von denjenigen - die eigentlich zu Dolcenera wollten - bei den wesentlich leiseren Interpretation von Gianmaria Testa das Schwätzen anfangen. Beides hat der Veranstaltung wirklich nicht gut getan, und Dolcenera hätte bestimmt auch wesentlich mehr Zuhörer bekommen, wenn deren Musik auch stilsicherer umschrieben gewesen wäre. Ich schätze mal, dass 25% die Veranstaltung während Teil 2 (vermutlich nur Aufgrund der extremen Lautstärke - und nicht weil die Gäste evtl. schon zu Bett gehen wollten) der Musik von Dolcenera verlassen haben.
Sowohl in der Einladung / Vorstellung der Kandidaten, als auch in der Präsentation der Künstler darf der Veranstalter noch dazulernen. Für den Geldbetrag hätte ich hier einfach auch mehr Professionalität und Feingefühl in der Abstimmung der Lautstärke erwartet ohne so viele Gäste schlicht zu verjagen.