Die Geschichte der Molkerei Alois Müller (besser bekannt als Müllermilch) ist von Skandalen geprägt, seit Gründer-Enkel Theo Müller die kleine Molkerei 1971 übernahm und zu einem internationalen Konzern ausbaute. Früh schon brachte er die Bevölkerung des Dorfes Aretsried (bei Augsburg) gegen sich auf, als er den ländlichen Charakter des Ortes mit seinen gigantischen Industriebauten vernichtete.
Entgegen Müllers Aussage, seine Firma habe „alles in ihrem Einflussbereich Mögliche getan, um den Einsatz von gentechnisch verändertem (GVO) Tierfutter auszuschließen”, wurde dem Betrieb durch Greenpeace nachgewiesen, dass mehrere Zulieferer einen erheblichen Anteil genetisch veränderter Soja zu Futterzwecken verwendeten.
Bei Protestaktionen vor Ort wie auch bei anderen Gelegenheiten kam es wiederholt zu Handgreiflichkeiten und gewalttätigen Übergriffen durch Sicherheitskräfte und den Firmenpatriarchen selbst gegenüber Demonstranten wie auch Journalisten. Dafür wurde Theo Müller zur Zahlung von 45000 Euro verurteilt.
Nun macht Müller-Milch neuerlich durch erpresserisches Verhalten gegenüber Milchbauern Schlagzeilen. Die Großmolkerei will die Bauern über den Milchpreis zwingen, ihre Erzeugergemeinschaften (MEGs) zu verlassen. Sie haben die Wahl zwischen einem Abnahmepreis von 30 Cent/Liter als Gemeinschaftsmitglied oder 41 Cent/Liter als Einzellieferant. Als der Protest der Milcherzeuger einsetzte, machte Müller kurzen Prozeß und kündigte den MEGs die Geschäftsbeziehungen. Seine Marktstellung macht’s möglich, und den Bauern droht der Existenzverlust, denn trotz großer Nachfrage nach Milch sind andere Abnehmer schwer zu finden.
Schon in früheren Jahren wurde zum Boykott von Müller-Erzeugnissen aufgerufen – heute ist es wieder an der Zeit, dies zu tun. Übrigens: Seit mehreren Jahren gehört die “Staatliche Molkerei Weihenstephan” zum Müller-Imperium. Auch diesen Produkten verweigere ich mich seither.








