Wer sich mit offenen Augen, offenem Geist und offenem Herzen auf sie einlässt, wird ihr verfallen: Cecilia Bartoli. Die aufregendste Sängerin dieser Jahre, in Rom gebürtige Tochter eines Opernsänger-Ehepaares, hat eine Stimmqualität, eine Ausstrahlung und eine Bühnenpräsenz, die unvergleichlich sind.
Besondere Verdienste kommen ihr überdies zu, weil sie kommerziell ausgetretene Pfade nur zu gern verlässt, um Unbekanntes zu erkunden und Bekannteres neu zu sehen (und dabei dennoch einen Verkaufserfolg nach dem anderen feiert). Nach diversen Entdeckungsreisen in die Gefilde der Barockoper hat Cecilia Bartoli die Jahre 2007 und 2008 gänzlich einem neuen Projekt gewidmet, auf das sie sich mit bemerkenswerten Ideen, ebensolcher Energie und größtem Ehrgeiz gestürzt hat: ein Portrait der Sängerin Maria Malibran.
Am 24. März 1808, also vor genau 200 Jahren, wurde Maria Malibran in Paris geboren und war schon in sehr jungen Jahren der erste Opernstar in der Alten und der Neuen Welt. Ihre triumphale Karriere endete bereits 1836 durch einen tödlichen Reitunfall.
Cecilia Bartoli hat sich auf ihrer CD “Maria” des Repertoires der Malibran angenommen, das von hochdramatischer Opernliteratur über volksliedhaftem Material bis zu Eigenkompositionen der Porträtierten reicht. Begleitet wird sie bei diesem Unterfangen von dem Orchestra La Scintilla.
Noch eindrucksvoller als bei der CD-Produktion ist die inhaltliche wie die künstlerische Wirkung mit der DVD-Aufnahme ihres Konzertes im legendären Palau de la Música Catalana in Barcelona eingefangen. Cecilia Bartolis Intensität und Emotionalität der Darbietung und die so offensichtliche Freude an ihrer eigenen ‘Arbeit’ sind überwältigend. Ergänzt ist überdies eine zweite DVD mit einer ausführlichen Dokumentation der Entstehungsgeschichte des Malibran-Projektes sowie ein Blick hinter die Kulissen des Barcelona-Konzertes.
Das rollende Museum, das Cecilia Bartoli im Angedenken an Maria Malibran eingerichtet hat, war anläßlich ihres Gastspiels auch in Nürnberg zu besichtigen. Bleibt zu hoffen, dass die Erinnerungsstücke, die hierfür zusammengetragen wurden, auch in Zukunft zugänglich sein werden und die Erinnerung an den ersten großen Star der Opernbühne lebendig halten. ![]()





