Krimis haben eine besondere Anziehungskraft auf mich – sei es in gedruckter Form und in Verfilmungen. Dieses Genre wird leider oft nur mit Geringschätzung betrachtet, dabei gibt es so viele großartige Autoren und anspruchsvolle Romane. Selbst TV-Krimis können beeindrucken.
KDD – Kriminaldauerdienst ist eine solche Ausnahme-Erscheinung. Diese ZDF-Kriminalserie ist soeben mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden. Etwas im deutschen Fernsehen Einzigartiges haben die Macher dieser Serie geschaffen: die Verfilmung eines Berufsalltags in einer durchgehenden Erzählung, in dem nicht der einzelne Fall im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch. Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen “Gut und Böse”, sowohl auf der Seite der Täter wie auf der Seite der Kriminalisten. Lauter gebrochene Persönlichkeiten bevölkern diese kleine Welt (in Kreuzberg angesiedelt), die aber nie um des Effektes willen verraten werden. (Nahezu) Jeder Protagonist verdient unseren Respekt und unser Mitgefühl. Das ist den außergewöhnlichen Drehbüchern des Autors Orkun Ertener ebenso zu verdanken wie der faszinierenden Leistung der Darsteller (Götz Schubert, Manfred Zapatka, Saskia Vester, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan, Billey Demirtas, Jördis Triebel u.a.). Schön, dass die Serie, die im Februar 2007 startete, noch in diesem Jahr fortgesetzt wird. Erfreulich überdies, dass die 1.Staffel bereits auf DVD mit einer Reihe nützlicher Extras veröffentlicht wurde.





